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Die fünf W-Fragen beim Notruf 112

Bei einem Notfall zählt jede Sekunde. Deshalb solltest du einen Notruf so knapp wie möglich halten, aber mit allen wichtigen Informationen füllen. Schließlich muss die Notrufzentrale genau wissen, wo du dich befindest und was passiert ist. Wir zeigen dir in diesem Artikel, welche Angaben für einen Notruf wichtig sind. Dabei hilft es, sich an den folgenden fünf W-Fragen für den Notruf 112 zu orientieren.

Ein Notruf sollte maximal 60 Sekunden dauern!

Einen richtigen Notruf abzusetzen ist in Notfall-Situationen gar nicht so einfach. Häufig steht man selbst etwas unter Schock oder ist mit der außergewöhnlichen Situation schlichtweg überfordert. Dabei zählt bei einem Notfall jede Sekunde, vor allem, wenn ein Menschenleben bedroht ist. In der heutigen Zeit kannst du europaweit aus jedem Handynetz den Notruf 112 alarmieren, sogar wenn du keinen Empfang hast. Bitte beachte aber, dass das mit dem Polizeinotruf 110 meist nicht möglich ist. Wichtig ist es dann, der Notrufzentrale präzise Informationen zu liefern, damit sie die geeigneten Einsatzkräfte alarmieren und zu dir schicken können. Um dir das Absetzen eines richtigen Notrufs zu erleichtern, solltest du diese fünf W-Fragen verinnerlichen. 

Wer ruft an?

Vergiss beim Absetzen eines Notfalls nie, zuallererst deinen eigenen Vor- und Nachnamen sowie deine Handy- oder Telefonnummer für eventuelle Rückfragen zu nennen. Bleibe bis zum Eintreffen der Rettungskräfte jederzeit in Reichweite deines Telefons, mit dem du den Notruf abgesetzt hast. Trotz der Erreichbarkeit stehen Erste Hilfe und Eigenschutz immer an erster Stelle!

“Hallo, mein Name ist Max Mustermann, ich rufe von der Nummer 0179/1111111 an.”

Wo ist es passiert?

Versuche den Notfallort so genau wie möglich zu bezeichnen. Wichtige Hinweise dabei sind: Ortsname, Stadtteil, Straße, Kreuzung, Hausnummer, Stockwerk sowie Besonderheiten wie markante Gebäude, Hinterhof, Straßentyp, Bahnlinie oder Fluss. Bei einem Notfall auf der Autobahn sind die Fahrtrichtung und die Kilometerangabe ebenfalls entscheidende Faktoren für den richtigen Notruf.

“Ich befinde mich in der Regensburger Innenstadt in der Thundorferstraße 2, Kreuzung Weiße-Hahnen-Gasse, in der Nähe der Eisernen Brücke an der Donau.”

Was ist passiert?

Was ist geschehen? Was ist zu sehen? Schildere der Notrufzentrale genau, aber kurz gefasst, was passiert ist, zum Beispiel: Verkehrsunfall, Absturz, Erkrankung, Brand, Explosion, Einsturz, eingeklemmte Person usw. Je nach Art des Notfalls werden weitere Rückfragen gestellt oder Anweisungen gegeben, wie du dich verhalten sollst.

“Es gab einen Fahrradunfall, ein Autofahrer ist frontal mit einem Radfahrer zusammengestoßen.”

Wie viele Verletzte?

Je genauer du angeben kannst, wie viele Personen verletzt oder beteiligt sind, desto besser. Wenn es sich um eine größere Gruppe handelt, die Teil des Notfalls ist, reicht auch eine Einschätzung. Bestenfalls nennst du auch gleich die Art der Verletzung, wie beispielsweise Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Schock, damit geeignete Einsatzmittel auf direktem Wege mitgeschickt werden können.

“Ein Radfahrer ist verletzt und bewusstlos, er blutet am Kopf.”

Warten auf Rückfragen

Lege erst auf, wenn die Rettungsleitstelle das Gespräch beendet hat. Häufig hat die alarmierte Zentrale noch weitere Fragen an dich.


Wann rufe ich welche Notrufnummer an?

Wann rufe ich die 110 an und wann die 112? Und für was steht eigentlich die Nummer 116117? Damit bei einem akuten Notfall so schnell wie möglich Hilfe eintrifft, solltest du bereits beim Alarmieren des Notrufs die richtige Notrufnummer wählen. Wir erklären dir, wann du welche Nummer anrufen solltest. Oberstes Gebot dabei ist immer, Ruhe zu bewahren und die in diesem Artikel beschriebenen fünf W-Fragen zu beachten.

110: Polizei

Wählst du die Nummer 110, wirst du direkt mit der örtlich zuständigen Leitstelle der Polizei verbunden. Dies ist notwendig, wenn du dich in einer Notsituation befindest, die im Zusammenhang mit einer Straftat oder einer anderen Gefahrenlage steht oder wenn du Zeuge einer solchen Situation bist. Beachte, dass im Gegensatz zum Notruf 112, der Polizeinotruf meist nicht funktioniert, wenn du keinen Handyempfang hast. Handelt es sich um einen akuten, lebensbedrohlichen Notfall, alarmiere zuerst den Rettungsdienst mit der Nummer 112. Diese Nummer hat Priorität vor dem Ruf der Polizei. Meist wird die Polizei automatisch nach dem Notruf vom Rettungsdienst selbst benachrichtigt. Das gleiche gilt für einen Brandfall.

112: Rettungsdienst und Feuerwehr

Diese Nummer wählst du bei akuten, möglicherweise lebensbedrohlichen Notfällen wie bei einem Anzeichen für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, Unfällen mit schweren Verletzungen, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit, einem allergischen Schock, starken Schmerzen, schweren Verbrennungen, Bränden oder einem Asthmaanfall. Seit 1991 gilt die Notrufnummer 112 in allen EU-Staaten und darüber hinaus. Selbst abseits unseres Kontinents steckt hinter der Nummer 112 vielerorts der Rettungsdienst oder man wird (wie in den USA) nach Wählen dieser Nummer automatisch an den lokalen Notruf weitergeleitet. In welchen Ländern diese Notrufnummer gilt und welche weiteren europaweiten Notrufnummern es gibt, kannst du hier nachlesen. 

116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Die Nummer 116117 alarmiert den bundesweiten Not-, beziehungsweise Bereitschaftsdienst, der dich an Bereitschaftsdienstpraxen vermittelt, die du dann gegebenenfalls aufsuchen kannst. Je nach Fall kommt der Notdienst auch zu dir nach Hause. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst rufst du bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Notfällen. Dazu zählen beispielsweise Erkältungskrankheiten, grippale Infekte mit Fieber und Schmerzen, Infektionskrankheiten von Hals, Nase und Ohren, Magen-Darm-Infekte mit Brechdurchfall, Migräne oder Hexenschuss.


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